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News vom Seestern-Projekt

Nachdem gestern plötzlich die Zugriffszahlen für meinen Seestern-Nienhagen-Blog um Sage und Schreibe 1.900 Prozent angestiegen sind, musste ich heute mal nachschauen, was der Grund sein könnte. Und siehe da, der Verein Baltic Reef lebt noch und hat sich einmal wieder zu Wort gemeldet. Das wurde auch Zeit.

Der Sprecher und Gründer des Vereins „Baltic Reef“, Uwe Friedrich, hat nach einer ersten Idee zur Nachnutzung der Forschungsstation vor Nienhagen von 2010, diesmal detaillierter erklärt, was sie sich zusammen mit der Landesforschungsanstalt für Fischerei für den Seestern Nienhagen vorstellen: ein Wissenschaftszentrum für Besucher, ein Hotel, eine Tauchgondel und Labore für Wissenschaftler. Für Besucher soll es eine Seilbahn vom Ufer zur Plattform als Transportmittel geben. Und es gibt auch erste Vorstellungen für die Baukosten: schlappe 190 Millionen Euro. So steht es in einer Machbarkeitsstudie, die von Mecklenburg-Vorpommern und der EU finanziert wurde. Muss jetzt nur noch ein Investor gefunden werden. Und der darf auch gerne international sein, weshalb das Projekt auch unter dem (Arbeits-)Titel „Sea-Star Nienhagen“ läuft.

Die Märkische Allgemeine schreibt, dass sowohl der Umweltminister Till Backhaus (SPD) als auch der Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) von dem Projekt Seestern Nienhagen begeistert sein sollen. Naja, sind ja auch erstmal nur Visionen.

Schlechte Erfahrungen haben bis jetzt Touristen in Sellin auf Rügen mit einem Tauchgang zum Grund der Ostsee gemacht. Bei einem Eintrittspreis von 8 Euro pro Erwachsenem und 5 Euro pro Kind geht es mit der Tauchglocke auf der Seebrücke Sellin bis auf einen Meter auf den Grund der Ostsee. Laut Werbung der Firma soll der Taucher hier trockenen Fußes die Schönheit der Ostsee sehen können. Doch im Internet beschweren sich viele Nutzer, dass die Ostsee gerade im Sommer so trübe sei, dass man während des etwa 30-minütigen Tauchgangs gar nichts sehen könne. Aber immerhin sei das Video, das gezeigt werde, sehr interessant.

Da bleibt die Frage, wie klar wird die Sicht für die Besucher des Seesterns in Nienhagen sein, die ab 2020 dort auf Tauchgang gehen sollen, um sich das künstliche Riff vor Nienhagen mit eigenen Augen anzusehen? Laut erstem Visionsvideo soll es auch am Seestern Nienhagen eine Tauchgondel eingesetzt werden. Also werden die Touristen, die zumeist nur in den Sommermonaten nach Nienhagen kommen, nur eine grüne Algenbrühe sehen? Da bleibt die Hoffnung, dass dies keine Investition sein wird, die sprichwörtlich in den Sand gebaut sein wird.

Das Projekt Seestern Nienhagen

Vor der Küste des kleinen mecklenburgischen Ostseebads Nienhagen – westlich von Warnemünde – ist in den vergangenen Jahren ein künstliches Riff gebaut worden. Es ist das erste dieser Art in Deutschland und wird vom Fischereifonds der EU, der Europäischen Union und dem Ministerium für Landwirtschaft in MV mit 8,5 Millionen Euro gefördert. Während der vergangenen Jahre sind 1.400 Betonteile, u.a. 220 Betonkegel und 720 Tetrapoden, versenkt worden, um 18.000 Quadratmeter Oberfläche für Algen, Muscheln und Wassertiere zu schaffen. Das Fischereiprojekt, mit dem nicht nur neue Nahrungsquellen für Fische ausgetestet werden sollen, sondern auch das Wanderverhalten von Fischen untersucht wird, läuft jedoch 2012 aus.

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