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Riff Nienhagen bleibt vorerst wissenschaftlich

Das Projekt „Seestern Nienhagen“ vor der Küste des Ostseebads Nienhagen wird weiter auf sich warten lassen müssen. Wie in den Medien Anfang Dezember vermeldet wurde, gibt es eine neue Förderung für das Riff Nienhagen. Damit bleibt das künstliche Riff für weitere drei Jahre in wissenschaftlicher Hand.

Bereits seit 20 Jahren wird vor der Küste Nienhagens in der Ostsee zu künstlichen Riffen geforscht – zuletzt dank der Förderperiode EFF und unter dem Titel „Riffe in der Ostsee“. (Die technischen Details zum Riff gibt es hier zum Nachlesen). Am 31.10.2015 sollte das Projekt zu Ende gehen. Die Betreiber der Webseite www.riff-nienhagen.de hatten sich bereits verabschiedet und berichtet, dass im mecklenburgischen Haushalt keine Mittel mehr für den weiteren Betrieb zur Verfügung ständen.

Einen Monat nach dem Ende des Forschungszeitraums gab es jetzt doch noch den Förderbescheid über eine halbe Million Euro, die für 36 Monate für den Weiterbetrieb des Riff-Projekts in Nienhagen reichen müssen.

Damit verschiebt sich auch eine mögliche Nachnutzung um weitere drei Jahre. Der Verein „Baltic-Reef“ hatte ursprünglich die Idee ins Spiel gebracht, einen Seestern Nienhagen als große Urlaubsattraktion zu schaffen. Geplant waren Seilbahn, Forschungslabor, Museum, Holodeck, Tauchgondel, Hotel und ein drehbares Café: Alles direkt über dem künstlich angelegtem Riff in der Ostsee. Leider gibt es aber auch auf der Website des Vereins keine Aktivitäten seit Oktober 2014.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Sowohl in der Forschung als auch bei der Nachnutzung. Drei Jahre sind schnell vergangen. Bis dahin werden wir vom Riff vor Nienhagen nur eine gelbe Station im Wasser und vom Seestern Nienhagen nur eine Vision im Internet sehen.

 

 

Info über Gefahren für ein Riff

Was ist ein Riff?

Mit Riff bezeichnen Geologen und Biologen ganz allgemein eine feste Struktur unter der Meeresoberfläche. Am bekanntesten sind Korallenriffe, welche durch Steinkorallen entstehen. Das größte Korallenriff der Welt ist das Great Barrier Reef mit einer Fläche von ca. 260.000 Quadratkilometern im Nordwesten Australiens. Es gibt aber auch in der Nord- und Ostsee einige Riffe. Eines der artenreichsten liegt in der Ostsee in der Kadetrinne.
Vom Menschen erbaute künstliche Riffe findet man z.B. im Meer vor dem Ostseebad Nienhagen.
Riffe haben eine solche Größe, dass sie die physikalischen Eigenschaften ihrer Umgebung beeinflussen. Sie bilden ein eigenes Ökosystem in dem zahlreiche Tier und Pflanzenarten ihren Lebensraum finden.

Das Great-Barrier-Reef vor Australien
Das Great-Barrier-Reef vor Australien (Foto-Autor: Electric Images / Lizenz: BY)

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Technische Details zum Riff

Für das Riff vor Nienhagen mussten vor Forschungsbeginn einige Tonnen Beton und Natursteinen bewegt werden. Das Riff hat eine Dimension von ca. 200 x 200 Meter und liegt rund 1,5 Kilometer vor Nienhagen auf zwölf Metern Tiefer in der Ostsee.

Die Details zum Riff:

– Gesamtfläche: 50.000 Quadratmeter
– Betonelemente: 1.400 Stück (Betonringe, Tetrapoden, Riffkegel)
– Naturstein: 2.500 Tonnen
– Geschaffene Bewuchsfläche: 18.000 Quadratmeter
– Netztücher, Telemetriemast

Ostsee vor Nienhagen
Fotograf: _renegade_ | Lizenz: BY-ND

Der Aufbau des Riffs:

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Das Projekt Seestern Nienhagen

Vor der Küste des kleinen mecklenburgischen Ostseebads Nienhagen – westlich von Warnemünde – ist in den vergangenen Jahren ein künstliches Riff gebaut worden. Es ist das erste dieser Art in Deutschland und wird vom Fischereifonds der EU, der Europäischen Union und dem Ministerium für Landwirtschaft in MV mit 8,5 Millionen Euro gefördert. Während der vergangenen Jahre sind 1.400 Betonteile, u.a. 220 Betonkegel und 720 Tetrapoden, versenkt worden, um 18.000 Quadratmeter Oberfläche für Algen, Muscheln und Wassertiere zu schaffen. Das Fischereiprojekt, mit dem nicht nur neue Nahrungsquellen für Fische ausgetestet werden sollen, sondern auch das Wanderverhalten von Fischen untersucht wird, läuft jedoch 2012 aus.

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